Startseite
Startseite

Beschaffung ·

AEM-Elektrolyseur-Komponenten für EU-Auktionen beschaffen

Hände in Schutzhandschuhen schneiden einen großen, transparenten Anionenaustauschermembran-Bogen mit einem Rollschneider auf einer Schneidematte zu; daneben liegt ein zweiter Membranbogen auf dem Labortisch.

Wer AEM-Elektrolyseur-Komponenten einkauft, muss künftig nicht nur auf Leistung achten, sondern auch auf die Herkunft. Am 19. Oktober 2026 hat die Europäische Kommission 77 Projekte für Netto-Null-Technologien mit 3,4 Mrd. € aus dem Innovationsfonds ausgewählt und die nächsten Ausschreibungen für Anfang Dezember 2026 angekündigt. Im selben Monat soll die vierte Auktion der Europäischen Wasserstoffbank starten. Nach ihrem Entwurf müssen Projekte belegen, woher ihre Stacks und die wichtigsten Elektrolyseur-Komponenten stammen. Für Stack-Hersteller, Integratoren und Projektentwickler wird die Wahl von Membran, Elektroden oder Stack damit zur Beschaffungsentscheidung mit Nachweispflicht. Was die Regeln verlangen, welche Komponenten betroffen sind und wie Sie Lieferanten rechtzeitig qualifizieren, lesen Sie hier.

Was die Kommission am 19. Oktober bekannt gegeben hat

Laut Pressemitteilung der Kommission gingen 358 Anträge über insgesamt 17,5 Mrd. € ein – bei einem Budget von 2,9 Mrd. €. Zwölf der ausgewählten Projekte betreffen die Fertigung sauberer Technologien. Sie beantragen zusammen fast 895 Mio. €, darunter Projekte zur Herstellung von Komponenten wie Wärmepumpen, Solarmodulen, Elektrolyseuren und Batterien für Elektrofahrzeuge. Die nächste Runde soll einen eigenen Schwerpunkt für Cleantech-Fertigung mit 1 Mrd. € enthalten, um Lieferketten abzusichern.

Die Botschaft an Einkäufer ist eindeutig: Die EU finanziert eine europäische Lieferkette für Elektrolyseure – und knüpft Wasserstoff-Förderung an diversifizierte Lieferketten.

Die Resilienzregel: Welche AEM-Elektrolyseur-Komponenten zählen

Die IF26 Hydrogen Auction, die vierte Auktion der Europäischen Wasserstoffbank, soll im Dezember 2026 öffnen und im Februar 2027 schließen; vorgeschlagen ist ein Budget von bis zu 500 Mio. €. Der Entwurf der Auktionsbedingungen vom 9. Juli 2026 übernimmt die Resilienzanforderung der vorigen Auktion, abgestimmt auf den Net-Zero Industry Act (NZIA):

  • Mindestens 75 % der Elektrolyseure eines Projekts (gemeint sind die einzelnen Geräte, nicht die gesamte Anlage) müssen aus einem anderen Land als China stammen.
  • Bei diesen Elektrolyseuren müssen die Stacks außerhalb Chinas hergestellt sein.
  • Höchstens zwei der wichtigsten spezifischen Komponenten dürfen aus China stammen. Der Stack zählt dabei nicht mit.

Welche Komponenten das bei AEM-Elektrolyseuren sind, legt die NZIA-Durchführungsverordnung (EU) 2025/1176 fest, wie im Entwurf zitiert:

Wichtigste spezifische Komponente (AEM) Was dazugehört Was CENmat liefert
Stacks Zellen, Verspannung, Medienverteilung HYScale AEM-Stacks und -Systeme
Membran-Elektroden-Einheiten (3-lagig) / katalysatorbeschichtete Membranen Membran, Ionomer, Anoden- und Kathodenkatalysatorschicht AionFLX™ Membranen und Ionomer, OXYGN und H2GN Elektroden
Poröse Transportschichten / Gasdiffusionsschichten Poröse Lagen, die Wasser und Gas zu den Elektroden führen Spezialisierte Zulieferer
Bipolarplatten und Endplatten Strömungsfelder und Stack-Abschluss Im HYScale-Stack enthalten

Den Nachweis führen Projekte über ein Memorandum of Understanding (MoU) oder einen Letter of Intent (LoI) mit dem Elektrolyseur-Hersteller. Darin müssen die Herkunft der Elektrolyseure und Stacks stehen und eine Erklärung, ob spezifische Komponenten aus China kommen; bei Antragstellung darf das Dokument höchstens ein Jahr alt sein. Beim Financial Close und bei der Inbetriebnahme berichten die Projekte erneut über geplante und tatsächliche Herkunft. Werden die Angaben nicht eingehalten, kann die Förderung gekürzt oder beendet werden.

Praktisch heißt das: Die Herkunft des Stacks wird zur harten Bedingung, die Herkunft jeder Hauptkomponente zu einer dokumentierten, überprüfbaren Zusage. Integratoren werden diese Pflicht an ihre Zulieferer weitergeben. Die endgültigen Bedingungen stehen noch aus; Details können sich bis zur Öffnung noch ändern.

Fünf Fragen an jeden Lieferanten von AEM-Komponenten

1. Wo wird gefertigt – und bestätigen Sie das schriftlich?

Fragen Sie nach dem Herkunftsland jeder Komponente und danach, ob der Lieferant es so bestätigt, dass Ihr MoU oder LoI darauf verweisen kann. Wer das heute nicht beantworten kann, ist ein Risiko für ein Gebot, das im Februar 2027 abgegeben sein muss.

2. Sind Membran, Ionomer und Elektroden gemeinsam qualifiziert?

Viele Probleme in AEM-Zellen entstehen an Grenzflächen: Die Membran quillt anders als der Binder, oder eine Katalysatorschicht löst sich ab. Komponenten, die als Set entwickelt wurden, senken dieses Risiko und sparen Abstimmungsaufwand. Auch die Elektrodenarchitektur zählt. Unser Vergleich CCS vs. CCM zeigt, warum das EU-Projekt NEWELY von katalysatorbeschichteten Membranen auf katalysatorbeschichtete Elektroden umgestiegen ist.

3. Welche Daten, unter welchen Bedingungen?

Fragen Sie nach Betriebsstunden, Degradationsrate in µV/h, Elektrolytkonzentration, Temperatur, Stromdichte und aktiver Fläche. Ohne Bedingungen lassen sich Werte verschiedener Lieferanten nicht vergleichen.

4. Welche Formate, in welchem Maßstab?

Prüfen Sie Bogengrößen, beschichtete Flächen und Chargengrößen – und ob die Leistung von der Einzelzelle zum Stack erhalten blieb. Eine Komponente, die es nur in 5 cm² gibt, ist noch keine Lieferoption.

5. Wie hoch ist das Regulierungs- und Rohstoffrisiko?

Für fluorierte Membranen und Ionomere prüft die Europäische Chemikalienagentur weiterhin eine umfassende EU-weite PFAS-Beschränkung. Iridium und andere Edelmetalle sind knapp und stehen auf der EU-Liste kritischer Rohstoffe. PFAS-freie Membranen und PGM-freie Elektroden nehmen beide Punkte von Ihrer Risikoliste.

Sie qualifizieren AEM-Elektrolyseur-Komponenten für ein Projekt 2027? Bestellen Sie ein kostenpflichtiges Musterset aus AionFLX™ Membran, Ionomer und passenden OXYGN/H2GN Elektroden und testen Sie es in Ihrer eigenen Zelle oder Ihrem Stack. Kostenpflichtige Muster anfragen – wir antworten persönlich mit Preis und Verfügbarkeit.

Was wir liefern – vom Material bis zum Stack

Wir arbeiten an der AEM-Wasserelektrolyse vom Material bis zu Stack und System. Sie können MEA-Materialien und Stack deshalb über einen einzigen Qualifizierungsweg beziehen. Wir sind ein deutsches Unternehmen mit eingetragenem Sitz in Berge und unseren Laboren in Böblingen. Alle folgenden Werte sind auf unseren Produktseiten veröffentlicht.

Membranen und Ionomer. AionFLX™ Anionenaustauschermembranen sind PFAS-frei, für die Nassmontage validiert und in Bögen erhältlich, die bis 900 cm² validiert sind. Die Kompositmembran AionFLX™ Plus lief mehr als 8.000 h bei 1 A/cm² in 1 M KOH bei 50 °C, mit einer Degradationsrate unter 15 µV/h. Die Standardmembran AionFLX™ lief mehr als 4.000 h in 0,1 M KOH bei 50 °C, unter 30 µV/h. Das AionFLX™ Ionomer ist der passende PFAS-freie Binder aus derselben Materialfamilie.

Elektroden. OXYGN Anoden und H2GN Kathoden sind PGM-frei und frei von kritischen Rohstoffen. Beide gibt es als Katalysatorpulver oder als sprühgedruckte beschichtete Elektroden bis 400 cm². Mit OXYGN Anode und H2GN Kathode erreicht eine Zelle 2,01 V bei 2 A/cm² (50 °C, 0,1 M KOH). Die Elektroden sind bei 400 cm² und in einem 6-kW-Kurzstack validiert – mit gleicher Leistung in Einzelzelle und Stack.

Stacks und Systeme. Unsere HYScale AEM-Elektrolyseur-Stacks bauen auf diesen Materialien auf. Ein 6-kW-Kurzstack mit 400-cm²-Zellen ist validiert. Das 100-kW-System ist mit 900-cm²-Zellen gebaut; die Fertigung ist abgeschlossen, es befindet sich in der Inbetriebnahme. Die Architektur ist für die Klasse 0,5–1 MW ausgelegt, Kurzstacks gibt es für Evaluierungen und bezahlte Pilotprojekte.

Ein Materialpaket. Membran, Ionomer und passende beschichtete Elektroden lassen sich zusammen bestellen – Sie qualifizieren ein Set statt drei Lieferanten. Für PEM-Projekte arbeiten unser Ultra-Low-Iridium-Katalysator OXYGN-M und die zugehörigen CCMs mit einer Anodenbeladung von 0,2 mg Ir/cm².

Sagen Sie uns, welche Herkunftsangaben Ihr MoU oder LoI braucht – wir sagen Ihnen, was wir bestätigen können.

Ein realistischer Zeitplan für ein Gebot 2027

Wer an der IF26-Auktion teilnehmen will, muss die Komponenten vor dem MoU festlegen, nicht danach:

  1. Ab jetzt bis Dezember 2026: Muster bestellen, Einfahren, Polarisationskurven und einen ersten Dauertest in der eigenen Hardware fahren. Allein ein 1.000-h-Test dauert im Dauerbetrieb rund sechs Wochen.
  2. Bevor die Auktion im Februar 2027 schließt: Stack- und MEA-Versorgung festlegen und sicherstellen, dass die Herkunftsangaben im MoU oder LoI stehen.
  3. Nach dem Zuschlag: Vom Kurzstack auf Module skalieren, mit vereinbarten Formaten, Mengen und Lieferzeiten – und die Herkunftsnachweise für Financial Close und Inbetriebnahme aufbewahren.

FAQ

Was sind die wichtigsten Komponenten eines AEM-Elektrolyseurs?

Für EU-Auktionen nennt die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1176 vier: Stacks, Membran-Elektroden-Einheiten bzw. katalysatorbeschichtete Membranen, poröse Transport- bzw. Gasdiffusionsschichten sowie Bipolar- und Endplatten. In der MEA stecken Membran, Ionomer sowie Anoden- und Kathodenkatalysatorschicht.

Verbieten die EU-Resilienzregeln Komponenten aus China?

Nein. Nach dem Entwurf der IF26-Bedingungen müssen mindestens 75 % der Elektrolyseure eines Projekts außerhalb Chinas hergestellt sein. Bei diesen muss der Stack aus einem anderen Land kommen, und höchstens zwei der übrigen Hauptkomponenten dürfen aus China stammen. Die endgültigen Bedingungen stehen noch aus.

Sind die AEM-Komponenten von CENmat PFAS-frei und PGM-frei?

Ja. AionFLX™ Membranen und Ionomere sind PFAS-frei, unsere OXYGN und H2GN Elektroden sind PGM-frei und frei von anderen kritischen Rohstoffen. HYScale-Stacks bauen auf diesen Materialien auf.

Wie erhalte ich Muster oder ein Angebot für AEM-Elektrolyseur-Komponenten?

Muster sind kostenpflichtig, Preise auf Anfrage. Nutzen Sie unsere Musteranfrage für Membranen, Ionomer und Elektroden oder die Angebotsanfrage für Kurzstacks, Pilotprojekte und Systeme. Wir antworten persönlich.

Nächster Schritt

Sie bauen oder kaufen AEM-Elektrolyseur-Stacks für ein europäisches Projekt? Fordern Sie ein Angebot an für HYScale-Kurzstacks, Pilotprojekte und Systeme – oder bestellen Sie kostenpflichtige Muster unserer aufeinander abgestimmten AEM-Materialien und starten Sie die Qualifizierung jetzt.

Gefördert durch die Europäische Union. HYScale wird von der Clean Hydrogen Partnership und ihren Mitgliedern im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101112055 gefördert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Clean Hydrogen Partnership wider.

Quellen

  1. Europäische Kommission, Pressemitteilung IP/26/2187: „Commission invests €3.4 billion in net-zero technology projects“ (19. Oktober 2026, englisch)
  2. Europäische Kommission, GD CLIMA: „Innovation Fund IF26 Hydrogen Auction – Draft Terms and Conditions“, Version 1.0 (9. Juli 2026, englisch), mit der Liste der wichtigsten spezifischen Komponenten aus der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1176
  3. Europäische Kommission: IF26 Hydrogen Auction, Zeitplan und Budget (geplante Öffnung Dezember 2026, Abschluss Februar 2027; englisch)
  4. CENmat Daten zu AionFLX™ und AionFLX™ Plus Membranen (wie auf der AionFLX™ Produktseite veröffentlicht)
  5. CENmat Daten zu OXYGN (AEM) und H2GN Elektroden (wie auf den Produktseiten veröffentlicht)
  6. CENmat HYScale Stack- und Systemstatus, Oktober 2026 (6-kW-Kurzstack validiert; 100-kW-System mit 900-cm²-Zellen: Fertigung abgeschlossen, in Inbetriebnahme)
  7. HYScale Projektseite, CORDIS, Finanzhilfevereinbarung 101112055

Sie möchten über Ihr Projekt sprechen? CENmat entwickelt AEM- und PEM-Elektrolyse vom Material bis zum System: AionFLX™ Membranen und Ionomere, OXYGN und H2GN Katalysatoren und Elektroden, Ultra-Low-Iridium-Katalysatoren und CCMs für PEM sowie HYScale Stacks und Systeme. Muster anfordern, Datenblätter erhalten, Kontakt aufnehmen oder weiter im CENmat Blog lesen.